Kohelet

Heute Morgen habe ich mir mal wieder eingeschenkt. Im Geisteszentrum. Hartes Training. Hohe Intensität, keine Pausen. In der Garderobe hätte ich beinahe in den Spind gekotzt. Der Kenner weiß nun, dass ich mir ein wirkungsvolles Training gegönnt habe. Wer danach nicht kotzt, ist nicht richtig aus sich rausgegangen. (Achtung, Kalauer)

Als ich nach Hause ging und das Palais Schönburg passierte, schritt ich über glitschiges und gelb-braunes Ahornlaub. Ich erinnerte mich augenblicklich an meine Schulzeit. In den Herbstferien zogen wir los und sammelten Walnüsse auf der „Höhenmatte“. Manchmal halfen wir etwas nach, und ballerten die Nüsse mit Stecken runter. Dann gingen wir nach Hause, breiteten sie auf dem Dachboden auf Zeitungen aus und ließen sie trocknen. Kiloweise. So war das. Das Telefon war aus einem Material das Bakelit hieß und war im Flur auf eine Holzplatte festgeschraubt. Für den Hörer brauchte man einen Waffenschein, so schwer und hart war der. Und in der Wählscheibe konnte man sich einen Finger brechen. Das Benutzen dieses Dings war so teuer, dass man es nach einer Reise in die nächste Stadt nur zweimal klingeln ließ. Damit wussten die Zuhause gebliebenen, das alles in Ordnung war. So war das.

Seltsames Leben.

„…es ist alles ganz eitel. Was hat der Mensch für Gewinn von all seiner Mühe, die er hat unter der Sonne? Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; die Erde aber bleibt immer bestehen.“ (Prediger Salomo)

Immerhin. Das ist schön.

Eine Antwort auf „Kohelet“

  1. In einem Schloss das Menschen längst verliessen,
    Gebiert das Reh, ein Löwe leckt die Fliesen,
    Ein junger Esel sucht in Rosenhecken
    Den Herrn, den du und ich ins Nichtsein stiessen.

    Omar Chayyam – weil, ich hab meinen Buber und Rosenzweig nicht gefunden, deren Übertragung des obigen Verses ich dir hier als Kommentar hinter lassen wollt – wo ist das Buch? wo mein Buber? wo mein Rosenzweig?

    Liebe Grüsse an dieser Stelle – Heinrich

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