Migrationshintergrund

Ich habe Migrationshintergrund. Das wird mir immer wieder bewusst, wenn ich Zeitung lese oder Nachrichten sehe. Und daher habe ich größte Schwierigkeiten mich zu integrieren. Das sind Fakten. Vermutlich werde ich eines Tages abgeschoben werden, obschon ich hier Familie habe. Aber es geschieht mir recht, denn ich kann mich einfach nicht anpassen. Die Sitten meines Herkunftslandes haben mich, unauslöschlich, geprägt.

Z.B. habe ich nicht zu verstehen gelernt, warum man Dinge -die erwiesener Maßen nicht funktionieren, nicht einfach ändert? Es wird mir äußerst schwer fallen, mir meine Pünktlichkeit abzutrainieren und nach Landessitte andauernd zu spät zu kommen. Oder meinen Grundsatz, nicht wortbrüchig zu werden, die Donau runterzuspülen. Weiters bekunde ich Schwierigkeiten im Leugnen von eigenen Fehlern, so wie ich diese Fehler nicht anderen in die Schuhe schieben mag. Ich sehe mich auch nicht permanent als Opfer. Zudem halte ich mich nicht für ein Genie. Oder erzähle der Welt, dass ich den K2 bestiegen hätte. Ich halte Erwin Pröll nicht für einen Landesvater, sondern nur für einen megalomanischen, autoritären Choleriker der in meiner alten Heimat eine politische Halbwertszeit von einer halben Stunde hätte.

Nun, das sind ein paar Punkte, an der die Integration immer wieder scheitert. Es gibt noch viele andere. Es fällt mir sehr schwer, mich anzupassen. Selbst nach so langer Zeit. Auch meine Kinder werden nicht in landesüblicher Manier erzogen. Sie sehen es: Ich lebe in einer Parallelgesellschaft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.