Fitte 1 Minuten Story

Sie sprach ganz selbstverständlich französisch, als wären wir im 19. Arrondissement in Paris. Wir waren aber in Wien 9. Sie trug ein farbiges Kopftuch, sagte, dass sie aus Tunesien sei, und gerne Aerobic machen würde. „Mais seulment avec des femmes. Pas des Hommes.“ Gut, sagte ich, kein Problem, in unserem kleinen, familiären Fitnessclub gibt es nur weibliche Aerobicmitglieder. „Pas des hommes?“ Nie welche gesehen. Ob es denn Männern erlaubt sei, mitzumachen? Grundsätzlich ja, sagte ich. Das sei schlecht, sagte sie, ganz schlecht. Dann wollte sie den Raum doch noch sehen. Wir gingen durch die Garderoben. Sie bemerkte, dass die Frauengarderobe keine Tür hatte, nur einen Sichtschutz. Da muss ein Vorhang hin, sagte sie.

Im Aerobicraum gab es eine Tür. Sie führte in die Kraftkammer. Es gab auch ein fahrradsattelgroßes Fenster. „Dieses Fenster“, sagte sie, „müssen wir zuhängen.“

Ich blickte mich um, suchte nach der versteckten Kamera. Aber wir waren allein. Bestimmt ein Test, dachte ich. Dann gingen wir zurück in die Lobby. Dann mir fiel ein, dass ich von einem Fittnessladen mit reinem Frauenaerobic gehört hatte. Nach drei Anrufen hatte ich die Adresse und gab sie ihr.

Eigentlich würde ich gerne wissen, wie ich bei dem Test abgeschnitten habe…

Eine Antwort auf „Fitte 1 Minuten Story“

  1. Ich würde sagen – frei nach Kant – du hattest den Mut, dich deines Verstandes zu bedienen. Die Unterschiede zwischen den Religionen sind nun mal da. Was soll man werten, worüber sich aufregen, sich wundern?

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