Schland zu Gast an der „Dichterstubete“ in Wald (AR)

Dass wir Großstädter die tafferen Jungs sind, ist wohl nun allen klar. Auch im Appenzell/erland (wie man ja jetzt sagen muss, sonst gibt’s, wie man allenthalben hört, eins auf die Nuss). Denn während der Wiener und die zwei Berliner am Samstag einen flotten Prä-Lesungspazierung auf die Rütegg machten, und dort oben bei Isolde und Werner gerade mal Null (in Zahlen Null) andere Gäste antrafen, blieb das ganze Appenzell(erland) an diesem warmen, wolkenschiebenden Sonnentag zu Haus. Oder was-weiß-ich-wo. Auf meine Frage an Werner Bucher, was zum Kuckkuck, denn die gähnende Leere seines grenzgenialen Gastgartens bedeuten sollte, antwortete der Dichterverleger nur: „S’isch z’warm!“

Bullshit! Es war nicht „z’warm“. Die Appenzeller/länder (muss man wohl jetzt sagen und schreiben) sind einfach Schattenparker, that’s all. Sie wissen nicht, dass dort wo’s Grün ist, auch nie so heiß sein kann, wie dort wir herkamen, der Florian, der Oliver und ich, nämlich aus den Backofenhöllen der deutschsprachigen Großstädte.

Aber in dieser Tonart gings weiter. Nachdem Schland, der alte Gierschlund, wieder mal nicht genug bekam und die Katholentruppe der „Gauchos“ mit 4 Kohlrabis ins Gemüsekistchen gesegnet hatte, gings zur Lesung.

Es wurde, mit Theres Lehn (München) und Florian Günther (Berlin), ein Abend von großer Güte. Günther musste gar zweimal ran, und ich bin mir mehr als sicher, dass sich alle im „Birli“ Anwesenden noch Jahre danach, an diesen Abend erinnern werden.

Und was für ein Publikum! Purer Goldstaub!

Jene die gekommen waren, gehörten nicht zu den „Schattenparkern“, denen war’s nicht zu warm, zu kalt, zu weit, zu schnöd, zu blöd; sie kamen, hörten und freuten sich. Und was der „Appenzeller/länder-Schattenparker“ der feinen Beiz der Rütegg, ist der „Paolo-Coelho-Bücherverschenker“ der „Dichterstubete“ in Wald. Möge er zu Hause oder sonstwo bleiben, und das ist auch gut so. Er wird nirgends vermisst.

Das wurde mir an diesem Samstag gerade wieder mal bewusst.

Auf die nächste „Stubete“ am 21. August!

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