Futblog Vll

Heute traf ich im Treppenhaus auf unseren Hausbesorger, den Herrn Jovic, so kurz vor halb zwei, und er trug gerade eine Kehrschaufel unseres abgetreten Schuhmülls zu den Containern, und als ich in den Lift stieg, sagte ich: „Was ist? Schauen Sie nicht Fußball?“ Er: „Gehe gleich schauen.“ Ich: „Das wird ein heißes Match. Serbien ist stark.“ Er: „Wir werden verlieren, Deutschland ist zu gut.“ Ich: „Sie werden sehen. Das Ding ist noch nicht durch.“

Dann fuhr der Lift direkt in das Spiel, und es kam wie es kommen musste, aber ganz anders.

Nicht die Serben sahen sich die von vielen erwartete Arschkartenshow an, sondern die Jungs meiner nur noch Beinahe-Lieblingsmannschaft. Der Schiri war ein richtiges Gelb-Leckermäulchen. Der mag die Crema Catalan, da bin ich sicher.

Podo, „der Fuß“, wollte niemanden verletzen und setzte behutsam sein Elferschüsschen in die Patschehändchen von Stojokovic. Löblich. Und das war’s dann. Meister Löw übte Schmetterbälle mit Wasserflaschen und stierte an die graue Wand, und grau wird auch die Asche sein, die sie sich über die Häupter streuen dürfen.

Eins ist mal sich sicher: Es ist verdammt hart, der Favorit zu sein! Und anstatt cool, coole Drinks in coolen Launches zu cooler Musik zu zuzzeln, gibt’s heiße Schamwangen.

Mal hören, was der Herr Jovic dazu sagt.

Eine Antwort auf „Futblog Vll“

  1. Scheiße, ich armer Teufel hab‘ diesen Klassiker verpasst, weil ich arbeiten musste.

    Schätze, dass wird deiner germanischen Lieblingsmannschaft mal kurzfristig das Maul stopfen. Australien wegzuputzen ist eine Sache, gegen Serbien zu spielen eine andere.

    Schreibt die „Bild“ morgen: „Wir sind ein armes Schiedsrichterwillkür-Opfer“?
    Einfach zuzugeben, dass andere besser sind, wäre wahrscheinlich zu viel verlangt, oder?

    Ich nehme mal stark an, die Serben werden Australien niedermähen; wenn Ghana Deutschland besiegt, werde ich den Klang der blöden Blasinstrumente tolerieren und dazu tanzen.

    Rock on!

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