Im Schatten der Eigernordwand

Ich bin zur Zeit in den Bergen und starre auf die Eigernordwand. Ich studiere die Japaner Diretissima auf Postkarten. Ich weiß, das alles hier gehört zu den Dingen, die ich nie tun werde. Also keine Japaner Diretissima. Obschon. Das Ding geht einfach gerade rauf. Senkrecht. Falllinie. Ich hab ein Faible für Japaner. Ich hab überhaupt ein Faible für Völker, die sich aufs Kochen und spachteln verstehen. Einmal hatte ich auch ein Faible für das nun kaputteste Volk der kaputten Völker, die Italiener. Aber der Fasch-und der Feschismus machen alles futsch.
Whatever.
Der Eiger hat keine Italian Diretissima. Zur Zeit stürzen am Liebsten Bergkletterer aus dem Osten ab. Keine Kohle um sich die teure Schweiz zu leisten. Hinfahren und rauf. Was immer auch das Wetter und die Eingeborenen sagen. Der Eiger ist klettermäßig keine Herausforderung. Aber der Berg ist bees, wie der Wiener sagen würde.

Als Kind fuhr ich im eisigen Schatten der Eigernordwand Ski. Wir sind also alte Bekannte.
Meine Bewunderung gilt den Alpinisten der Vorkriegszeit. Hanfseile, Freunde, 15 Meter nass=30 Kg. Oder so. Manchesterjoppe und Knickerbocker. Und der Anderl Hechmaier, einer der Eigernordwanderstbesteiger, erzählte, dass er als Verpflegung eine Schweinshaxe mit hatte. Vermutlich hatte er, als gstandener Bayer, auch noch einen Radi, einen Obatzten und a Maß Bier mit. Diese Burschen werden heute nicht mehr gebaut
Aber ich baue. Zwar keine Burschen, aber ein Haus. Nicht von Grund auf, aber fast. Darum die Bloglücken. Falls es jemandem aufgefallen ist.
Auch bloggende Autoren müssen von was leben. Amen.

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