Versuch’s doch mal mit Attentat!

Ich hörte wieder einmal Willie Nelson und las im Spiegel Online, dass der Papst Attentäter Agca ein Buch über das Attentat schreiben will. Mit viel Scharf. Er hat schon Dan Brown kontaktiert und ihm das Thema zu dessen 3. Buch vorgeschlagen: „Das Vatikan-Komplott“.
Die interessierten Verlage veranschlagen die Rechte an der Drecksack-Börse so um die 3 Millionen. Euro oder Dollars. Wurscht.
Schnitt.
Hinten auf dem Cover eines wunderbar lesenswerten Büchls:
„Nachmittag eines Reporters“ von Franz Dobler, fand ich den Satz den ich gesucht hatte:
„Wie wird man ein Star?“, wollte sie wissen.
Ich rammte das Messer in den Tisch und sagte kühl:
„Am schnellsten wird man ein Star, wenn man einen Star tötet.“

Richtig.
Ein Killer wie Agca, der nach 19 Jahren im italienischen Knast in seiner türkischen Heimat gleich wieder einsass, weil er einen linken Politiker ermordet und ein paar Banküberfälle verübt hatte, hat doch was zu erzählen, oder? Da wird bei einigen scharfgewordenen Protatgonisten der Verlagsbranche das berühmte „Achtel abgehen“, während sie ihre Milchmädchenrechnungen anstellen.
Soll man diesen Leuten mit Moral kommen? Leuten, wie es Gottfried Benn mal ausdrückte, „Die Fresse von Cäsaren, das Gehirn von Troglodyten, die Moral des Protoplasmas und das Ehrgefühl von Hotelratten“ haben.

Soviel ich weiß, schiebt dieser Verdienerei nur Frankreich einen Riegel vor. Keine Kohle für Bücher und Werke, die auf Grund von Verbrechen geschaffen wurden. Selbst Jaques Mesrine mit seinem Buch „Der Todestrieb“ durfte nichts davon haben. Wie aber sieht’s mit den Verlagen, Vertreibern usw. aus?
Je ne sais pas.

Ansonsten möchte die Rechnung für viele Jung-Autoren und hoffnungslos sich Bemühende doch aufgehen: Versuch’s doch mal mit Attentat!
Muss ja nicht klappen.
Einige Buchtitel:
– „Ich war der Stalker von Charlotte Roches Intimfriseur“
– „Es muss nicht immer Currywurst sein oder wie ich Gerd Schröder ohrfeigte“
– „George W. Bushs verbrecherische Reflexe“ Authentischer Bericht eines fehlbaren Schuhwerfers.

Sie, verehrte Leserin, geschätzter Leser haben doch sicher auch ein paar Ideen. Oder?

2 Antworten auf „Versuch’s doch mal mit Attentat!“

  1. „Wie ich das Pool von Scarface reinigen musste, nachdem ich ihm mit einer Schrotflinte in den Rücken geschossen habe“
    In dem Buch wird anschaulich erklärt, wie wichtig es für Kinder ist, dass sie lernen, ihr Zimmer aufzuräumen und gerade zu stehen für ihre Fehler. Selbst die Kleinsten kapieren nach der Lektüre, dass Drogen und Geld den Charakter verderben und am Ende bloß ein versautes Planschbecken übrig bleibt. Ab 4 Jahren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.