Man

„Man ist halt herumgefahren und hat angefangen wahllos auf Leute zu schießen.“

Aussage eines 21 Jahre alten Wieners, der mit seinem 20-jährigen Freund über einen Zeitraum von ca. 2 Wochen, etwa 14 Leute mit seiner CO2-Pistole verletzt hatte.

„Man hat halt…“ oder „Man hat sich nichts dabei gedacht“ oder auch „Man wollte nicht“ – „Man war halt schlecht drauf…“ Nicht etwa: „Ich hab halt…“ oder „Wir haben uns nichts gedacht…“ Man. Ja. Man gönnt sich ja sonst nix.

Strafe? Man kriegte einen Bedingten und den Rat in einen Schützenverein zu gehen. Und wer dort ist, weiß man ja, wenn man es wissen will, aber meistens will man ja nicht, weil man dann darüber nachdenken müsste, dass man da vielleicht einem Straßenschläger den Rat gegeben hat, doch lieber im Wirtshaus die Leute zu verdreschen. Es sehen dann nicht so viele zu, und die öffentliche Ordnung ist gewährleistet. Aber man denkt sich halt nichts dabei. Man.

Man, finde ich, sollte bei der Sprache anfangen.

2 Antworten auf „Man“

  1. „Man“ zu verwenden ist so ähnlich wie das Passiv zu verwenden; ich glaube, in keiner Sprache werden so viele Passiv-Sätze konstruiert wie im Deutschen… verzeihung, ich meinte „in keiner Sprache konstruiert man“…keine Sprache bedient sich so vieler Passiv-Sätze wie das Deutsche.

    Unpersönliche Formulierungen sind perfekt, wenn man keine Verantwortung übernehmen will.
    „Wird erledigt“ heißt eben nicht „ich erledige das“. Und wenn’s dann nicht erledigt wurde, kann man sich billig rausreden.

    In diesem Sinne: Es wurde rumgefahren und auf Leute geschossen…“
    Und die, die das gemacht haben, sollte MAN eine Zeit lang einlochen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.