Ich möchte H.C. Strache sein

Wenn mich jemand fragen würde, welcher Politiker ich sein wollte, wenn ich einer sein müsste, so würde ich mit der Antwort keine Sekunde zögern: „Natürlich, der Haze. Der Strache. Chef der FPÖ. Das wär schön.“ – „Ja, warum denn, um Sankt Haider willen?“ – „Weil ich ein arbeitsscheues Subjekt bin. Ist doch klar.“ – „Erklären Sie uns das. Bitte.“ – „Aber nur gegen Honorar. In dieser verlotterten Republik der Gauner, wo für null Leistung Millionen des Steuerzahlers abgedrückt werden, möchte ich einfach, dass wirkliche, richtige Leistung, auch honoriert wird. Zum Beispiel, meine Wortspenden.“ – „Aber unser Budget lässt das kaum zu….“ – „In Ordnung. Ich verzichte. Das Honorar würde sowieso als Steuergeld in die Taschen von Korruptionisten und anderen Mensdorff-Poulets fließen.“ – „Danke, das ist sehr großzügig.“ – „Nojo, i kann’s mir ja eh leisten. Ich bin der Haze, der Strache, Chef der – bald- erfolgreichsten Partei. Und das, ohne einen Finger zu rühren. Keine Hacken, gar nichts, Däumchen drehen, abwarten, ein launiges Apercu, ein Bonmot ab und an, und – gewinnen.“ – „Gehts ein wenig genauer, bitte?“ – „Nun, dem Ausland – außer dem faschistoiden Italien und Ungarn – zu erklären, von welchen Gaunern, Hochstaplern, Beutelschneidern,Strauchdieben und Lügnern diese Republik regiert und niedergeholzt wird, erübrigt sich, denn das versteht kein Bewohner eines demokratischen Landes.“ – „Ja, gut, und was hat das mit Strache zu tun?“ – „Da könntens ja selber drauf kommen.“ -„….“ – „Also nicht. Okay, ich erklär’s ihnen: Wenn der Strache bis zu den Wahlen einfach nichts tut, dann kann er die Wahl nicht verlieren. Es ist so, wie wenn ich als Verleger nur keine neuen Bücher herausbringen darf, um mit den alten so richtig abzucashen. Warum? Weil die anderen Verlage, die Konkurrenz solchen Bocksmist rausbringen, dass sich das Publikum indigniert abwendet. Strache kann nur noch durch Strache selbst, geschlagen werden. Nicht, dass das nicht passieren könnte, aber für einen intelligenten Zeitgenossen wie mich, wäre seine Position eine wunderbare Hängematte. Sanft im Schatten großer Bäume schaukeln, kühle Drinks schlürfen, und vor allem: siegen. Wär ja mal was anderes, nicht wahr?“ – „Wir danken für das Gespräch.“ – „Gerne. Bis 2013 dann. Servus.“

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