Symphonische Gedanken

Ich höre eine Symphonie von Dvorak und lese online, dass die Klopapier-Zombies wieder unterwegs seien. Stimmt. Bei Hofer ist bereits eine Palette abgeräumt.
Ich denke daran, mich diesmal an der Hamsterei zu beteiligen. Leider fehlt mir das Kleingeld dazu. Also bleib ich außen vor, und muss mit dem Vorlieb nehmen was die potenteren Hamsterer mir übrig lassen. Hatten wir ja schon. Vor einem halben Jahr.
Nur diesmal wird’s heißer. In den nächsten Wochen wird es Straßenschlachten geben. Mit großer Wahrscheinlichkeit in Germany. Wenn die Tschechen schon losschlagen, dann kann man im Westen nicht nichts machen.

Im Wiener Westbahnhof wurde ein schwarzer Maskenverweigerer, der weder Maske aufsetzen noch den Bahnhof verlassen wollte, und die Security attakierte, zu Boden gerungen und fixiert bis die Cops kamen.
Nun tönt es von überall her: Rassismus!
Ist es das?
Wär’s nicht eher Rassismus, wenn der Mann nur auf Grund seiner Hautfarbe sich nicht an die Gesetze zu halten braucht?
Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und sage, dass es auch unter Schwarzen Leute gibt, die das Gesetz brechen. Huch! Ich hab’s tatsächlich gesagt.
Schätze, es steht wieder eine Demo an. „Black lives matter!“ ganz egal, was die Untersuchungen des Vorfalls aufbringen.

Nun, es die Zeit in der die Birnen weich und die Herzen hart werden.

Ich höre eine Symphonie von Dvorak. Und schreibe.

„Extrem gut“

Es gehe ihm extrem gut, ließ ein Arzt über Trumps Gesundheitszustand verlauten.
Das ist erfreulich. Aber vielleicht doch ein bisschen zu loserhaft, zu verhalten.
Wir warten auf die Verkündigung des Orangen, dass es ihm noch nie so gut gegangen sei, wie nach einer Coronainfektion.
Was den Schluss nahelegt, dass sich alle infizieren sollen, damit es ihnen auch so extrem gut ergehe, wie ihm.

Qualvoller Meilenstein

  • Es gibt qualvolle Tode
    Es gibt qualvolle Foltermethoden (Pleonasmus)
  • Es gibt qualvolle Methoden zur Fußnagelentfernung
  • Es gibt qualvolle Trainingsmethoden
  • Es gibt qualvolle Fußmärsche
  • Es gibt qualvoll lange Filme
  • Es gibt qualvoll langweilige Bücher
  • Es gibt quavoll ausufernde Reden

    Und jetzt gibt es auch noch den „Qualvollen Meilenstein“. (Gutuerrez)

Wir initieren hiermit einen kleinen Zeichenwettbewerb: Zeichnen Sie uns Ihren Lieblings „Qualvollen Meilenstein“.
Der Sieger darf den qualvollen Meilenstein dann einem Politiker seiner Wahl auf den kleinen Zeh fallen lassen. Oder ihn sich aus Verzweiflung über den qualvollen Sprachnequatsch um den Hals binden und in den Wörthersee springen.

Blumberg 2 – News

Blumberg 2 wurde in den großen Schweizer Zeitungen „Tagesanzeiger“, „Basler Zeitung“ und „Der Bund“ von Hanspeter Eggenberger im „Krimi der Woche“ besprochen, und mit vier von möglichen fünf Sternen bewertet.

„… Niedermann, der nicht etwa zu den Regionalkrimischreibern gehört, sondern in der Tradition von Charles Bukowski und Jörg Fauser steht, schneidet in seinem unkonventionellen Noir-Kriminalroman grundsätzliche Fragen der menschlichen Existenz an.“

P.S. Ich habe noch einige wenige Exemplare. Sie können bei mir, versandkostenfrei bestellt werden. € 20.- / sfr. 25.-
andreas@niedermann.at

https://www.tagesanzeiger.ch/moerderische-verstrickungen-in-den-schweizer-alpen-303419882215https://www.derbund.ch/moerderische-verstrickungen-in-den-schweizer-alpen-303419882215https://www.bazonline.ch/moerderische-verstrickungen-in-den-schweizer-alpen-303419882215

Unverständlich verständlich

Es ist für mich unverständlich, dass es so viele Leute geben soll, die nicht kapieren wollen, wieso andere Leute – in Massen – Verschwörungstheoretikern nachlaufen und huldigen, aber es gleichzeitig völlig normal finden, dass ein Burgschauspieler mit seinen privaten Geschichtchen in Buchform angeblich Millionenauflagen erzielt. Millionen, Freunde, Millionen.
Und dieselben Leute finden es ebenso normal, auch so ein Buch zu kaufen. Warum eigentlich?
Weil es die anderen auch tun?
Weil Denis Scheck es sagt?
Weil es zur Zeit land auf land ab auf jedem Radiosender, jeder Literatursendung, jedem Feuilleton an uns herangetragen wird?
Das kann nicht sein.
Da stecken die Bots von Putin dahinter, da bin ich sicher.

Das Museum dummer Sprüche (1)

Watergate-Enthüller bringt Trump in Not

Donald Trump war schon früh sehr genau über die Bedrohung durch das Coronavirus informiert – das deckt der Journalist Bob Woodward auf. Besonders brisant: Er hat den US-Präsidenten auf Band. 

Wie wenig man hierzulande, auch beim Spiegel Online, noch nicht verstanden hat, wer und was Trump ist, beweist diese Headline.
Was soll Trump in Not bringen? Dass er die Leute angelogen hat? Das tut er doch, wenn Luft aus seinem Mund entweicht.
Und woher soll diese Not denn kommen?
Es ist wie bei den Wählern der FPÖ: Keiner von den Spießern wird zugeben, sich geirrt zu haben. Das höchste, was von denen zu erwarten ist, ist, dass sie der Wahl fernbleiben oder FPÖ-light, also ÖVP wählen.

Und den Trumpisten ist alles egal. Sie freuen sich auf den Bürgerkrieg. Wozu hat man sonst all die schönen Waffen zugelegt?
Und wir wissen es: Was sich in den USA durchsetzt, schwappt auch über den Atlantik. The good, the bad and the ugly.

Und hier noch eine Empfehlung:
Schaut euch auf Netflix die Doku: „Das Dilemma der sozialen Medien“ an.
Es kann nicht schaden, einen Becher Bourbon neben den Laptop zu stellen.

Spießer aller Couleur

„Sie wollte immer eine Tochter wie die Rote Zora: frech, wild und mutig. Ich war die meiste Zeit ein Madita Mädchen, brav höflich, still. Einmal habe ich der Supermarktkasse einen Knicks gemacht – ich glaube, sie hat sich nie wieder so für mich geschämt wie in diesem Moment.“

berichtet Anna Mayr in ihrem Buch „Die Elenden“ über ihre Punker-Mutter.
Bemerkenswert, finde ich.
Vermutlich hätte es Mami gefallen, wenn die Tochter auf den Boden gepieselt oder das Süßigkeitenregal umgerissen hätte.
Meine Kleinbürger-Mutter hätte sich über einen Knicks von mir gefreut, und sich nie wieder so für mich geschämt, wenn ich mich ungezogen benommen hätte.

Das sind in etwa die beiden Seiten der Spießermedaille. Das eine ist die Seite mit der Punkermutti, die ganz klare Vorstellungen von ihrer Tochter hat, so wie mein Vater auch ganz konkrete Pläne für mich in der Lade hatte. Spießigkeit auf beiden Seiten.

Waren wir denn nicht angetreten, mit diesen Dingen Schluss zu machen? Auch, und gerade Punks?
Aber es zeigt sich, dass auch Punkerinnen, die Brunnen mit Seife überschäumen lassen, nichts anderes sind als verkleidete Spießerinnen in Punkermontur.

Und dass Mutti nichts so sehr hasste wie Nazis, wie Mayr schreibt, lässt bei mir doch zart die Frage aufkeimen: Warum eigentlich?
Ist es nicht ein von Gott gegebenes Recht, dass die Deutschen bevorzugt zu behandeln sind? Und dass immer andere dafür zu belangen sind, wenn diesem Recht nicht genügend Rechnung getragen wird.

Und wer daran noch Zweifel hatte, der konnte es sich letztes Wochenende live ansehen: Reichsflaggen neben Regenbogenfahnen, Althippies neben Neonazis. Punkermontur neben Identitären.

Spießer aller Couleur vereinigen sich!

Germanischer Spießermittelschichtsmüllscheißdreck

Heute geben wir hier den befreundeten Kollegen aus Augsburg das Wort, und publizieren den Text von Harmut El Kurdi, denen wir uns vollinhaltlich anschließen:

Mein seit vielen Jahren geschätzter Edition-Tiamat-Kollege Hartmut El Kurdi hat heute morgen einmal mehr ein starkes Statement veröffentlicht:„Ich glaube, dass es naiver weißer Mittelschichts-Unsinn ist zu glauben, man müsse Verständnis für Rassisten, Faschisten, Verschwörungsschwurbler und wissenschaftsfeindliche/anti-intellektuelle Esoteriker aufbringen, man müsse mit ihnen reden, ihre Anliegen ernst nehmen, sie dann aber im Gespräch überzeugen, dass sie falsch liegen. Pardon, dazu bin ich sozialisations- und herkunftsbedingt nicht in der Lage. Aber nicht nur meine migrantische Herkunft hindert mich daran. Ja, die auch, weil ich weiß, dass die Reichsbürger und andere Nazis mir persönlich – wie allen Menschen mit vermeintlich oder tatsächlich nichtdeutschen Wurzeln – ans Leder wollen; ich mich also nicht nur bedroht fühle, sondern schon öfter real bedroht wurde. Und das nicht erst seit 2015 als mit Pegida zum ersten Mal Rechtsradikale zu zehntausenden auf die Straßen strömten. Mit Leuten, die mich verletzen, umbringen oder aus Deutschland rausschmeißen wollen, verhandele ich nicht. Aber tatsächlich ist es vor allem meine deutsche Herkunft, die mich hindert, so naiv zu sein. Werte deutsche Mitbürger: Wir hier wissen ganz genau, dass mit diesen Leuten nicht zu reden ist. Dass deren Weltbild komplett verquer, krank und noch dazu unerschütterlich ist. Ausnahmen bestätigen die Regel. Wir wissen, dass die niemals an die Macht kommen dürfen. Weil wir wissen, was dann passiert. Und wir wissen, wie sie an die Macht kommen: Nicht indem sie bei Wahlen die Mehrheit der Stimmen erringen. Sondern, in dem man sie gewähren lässt, indem man sie als Gesprächs- und Verhandlungspartner ernst nimmt, indem man denkt, hier und da sagen sie gar nicht so falsche Dinge. Indem man zusammen mit ihnen demonstriert. Mit ihnen koaliert. Und indem man sagt: Die haben wir unter Kontrolle / So schlimm sind die ja gar nicht / Lass sie doch in der Regierung beweisen, ob sie was können…. Und indem sich ihre Gegner nicht einig sind.Faschismus braucht keine 100 Prozent überzeugte Faschisten. 20 Prozent reichen, wenn die anderen 80 Prozent den Mund halten, mitlaufen, die Faschisten machen lassen. MIt anderen Worten: Wenn die anderen 80 Prozent keine erklärten, aktiven Antifaschisten sind.Olaf Sundermeyer berichtete heute für die ARD von der Corona-Leugner-Demo in Berlin. Er sagte, er schätze den Anteil der erkennbar Rechtsradikalen, Reichsbürger und QAnon-Anhänger bei der Demo auf 20 Prozent. Diese 20 Prozent haben gereicht, um Bilder von Nazis zu produzieren, die den Reichstag stürmen wollen. Diese 20 Prozent waren genug, um vielen Schwarzen, Menschen mit Migrationshintergrund, PoCs in Berlin das Gefühl zu geben, dass es sicherer ist, heute nicht vor die Tür zu gehen. Und den anderen 80 Prozent der Demo-Teilnehmer ist das offensichtlich wurscht. Es ist ihnen egal, mit wem sie demonstrieren, wer von ihren Mitdemonstranten täglich bedroht wird, sie stehen mit ihren Regenbogen- und Peace-Fahnen neben Reichs- und Reichskriegsflaggen, sie singen und trommeln neben Leuten, die „Arier“-T-Shirts tragen, sie marschieren mit bekannten Nazis wie Sellner und dem „Volkslehrer“. Und sie beleidigen und bedrohen selbst Journalisten und skandieren „Lügenpresse“. Das Schlimme ist nicht, dass sie diese oder jene Corona-Maßnahme nicht mögen oder dass sie nicht glauben, was das RKI, Spahn und Lauterbach sagen. Das Schlimme ist, dass sie gar nicht in Betracht ziehen, dass sie vielleicht Unrecht haben könnte und sie dann durch ihre Weigerung Masken zu tragen und Abstand zu halten Menschenleben gefährden. Und genau so egal ist es diesen wohlstandsverwahrlosten Egoisten, dass die Leute, mit denen sie demonstrieren, allen PoCs die Existenzberechtigung in diesem Land absprechen. Und deren Leben gefährden und bedrohen. Ich habe kein Verständnis für diese Ignoranten und ich will auch kein Verständnis haben. Denn die Geschichte lehrt uns, dass diese Wegkucker, Verharmloser, Beschwichtiger genauso gefährlich sind wie die Faschisten. Weil sie zulassen, dass die Faschisten tun können, was Faschisten eben so tun. Und wir wissen, was das ist.“ (Facebook)

9783893201068: Der Viktualien-Araber: Geschichten und Kolumnen - ZVAB - El  Kurdi, Hartmut: 3893201068

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