Ich möchte

es Beyoncé gleichtun (und einigen anderen Celebrities), und ebenfalls erklären, dass ich gegen Rassismus bin.

Ich möchte nicht verabsäumen alle Lesenden dieses Blocks aufzufordern, mir zu melden, falls sie eine Berühmtheit gesichtet haben, die erklärtermaßen FÜR Rassimus ist.
Danke!

Das Sprüchemuseum (124)

„Menschen, die offensichtlich jeglichen Respekt verloren haben.“

Ute Vogt, SPD, zu den Krawallen in Stuttgart.

Wir sagen: Das ist falsch, Frau Vogt. Diese Menschen (was sonst? Goldhamster?) haben nicht „jeglichen Respekt verloren“. Ihr Respekt gilt eben nur den Gesetzen des Clans und der eigenen Familie.

Bachmann

ist wieder. Schön. Und wie jedes Jahr, sehe ich mir zwei Jurysitzungen an, voller Bewunderung für den Lehrplan an den Germanisten Studiengängen. Was den wunderbaren Zusatzeffekt zeitigt, dass ich danach ein ganzes Jahr, das Wort „Text“ nicht mehr über die Lippen kriege. Und wenn’s dann wieder ginge, kommt schon der nexte Bachmann. Und schon wieder ist Essig mit Text.
Wenn das nicht großartig ist, was dann?

Blumberg 2

Zwei Jahre nach dem Roman „Blumberg“ erscheint nun im Sommer 2020 „Blumberg 2“ (Die Wachswalze).
„Blumberg 2″ schließt nahtlos an den Vorgänger „Blumberg“ an.

„Ein Autounfall in den Bergen, eine Unterschlagung und eine prekäre Situation zuhause bringen Isa Blumberg dazu – im Auftrag von Demian Hesse – die Ursachen jenes Unfalls zu recherchieren. Dabei ist auch Düzen mit ihrem kleinen Sohn, die aber gefährlich mehr vor hat, als nur die Taxilenkerin für Isa zu spielen. Die Recherche über den Hergang des Unfalls, bei dem ein amerikanischer Onkel von Demian Hesse schwer verletzt wurde, und der einheimische Fahrer ums Leben kam, führt Isa Blumberg zurück in eine hundert Jahre zurückliegende Geschichte von Obsession, Verrat und Mord.“

 Wer bis Ende Juni subskribiert erhält den Roman versandkostenfrei nach Hause geliefert. 

ca. 300 Seiten, Klappenbroschur
€  20.-  /sfr. 25.- 
ISBN 978-39504833-6-9  

Edition BAES

Wer den ersten Teil „Blumberg“ mitbestellt erhält beide Romane, versankostenfrei, für € 33.-  /   sfr. / 40.-

Zu bestellen unter dieser E-Mail-Adresse: andreasniedermann@hotmail.com
oder beim Verlag 
office@edition-baes.com

3 x Jürgen Ploog

1983 lebte ich mit meiner Freundin in einem alte Kraftwerk im Hinterland von Basel, wo wir uns von Brennesseln und gestohlenem Rosenkohl ernährten, und eine gute Zeit hatten. Als mal ein bisschen Geld da war, fuhren wir mit dem Zug nach Bern, wo im Tierpark Dählhölzli – auf Einladung von Bernhard Streit- Jürgen Ploog eine Lesung geben würde.
Da sah ich ihn, zum ersten und einzigen Mal, wie er durch den Saal schritt, in seinem fuckin’ Trenchcoat, und sich die Handvoll Leute ansah, die seinetwegen gekommen waren.

Die Nacht verbrachten Karin und ich auf dem Berner Bahnhof im Kreise von Obdachlosen und anderen obskuren Figuren, die der Bahnhof Zuflucht bot.

Mehr als 20 Jahre später wurde ich angefragt, ob ich nicht bei Songdog eine Neuauflage seines „Ploog Tankers“ machen wollte. Songdog stand am Anfang, und ich wusste, dass das aufwändig gestaltete Buch nicht nur wie ein Wackerstein im Regal liegen bleiben würde, sondern mich, den Verlegeranfänger, ruinieren würde, bevor ich richtig angefangen hatte.
Ich lehnte ab.

Das nächste Mal, dass ich mit ihm zu tun hatte, war, als ein durchgeknallter Dichter sich bei mir meldete und mir eröffnete, dass Jürgen Ploog, falls es ihm gelänge einen Verlag aufzutreiben, mit ihm ein Buch machen würde. „Counterpoems“ (oder sowas in der Art) nannte sich das. Und als ich Ploog nach der Bedeutung dieser Schreibart fragte, erklärte er es mir, in wunderbar müder herablassender Art.

Mich haben seine Texte nicht erreicht, so wie mich die Bücher von Burroughs kalt ließen, Cut-up, Dada, und die indischen Singspiele von Allen Ginsberg.

Ich spielte – und spiele noch immer- in der Mannschaft von Kerouac, Bukowski und Jörg Fauser.

Aber es liegt an mir. Versteht sich.

Kauft mir ein Auto! Bitte.

Ich ertrage die Schamlosigkeit meiner Mitmesch*innen nicht mehr.

„Der Verlust der Scham ist das erste Zeichen von Schwachsinn.“ , soll S. Freud gesagt haben. Wer immer es auch gesagt hat, ich habe keinen Grund, ihm nicht zu glauben.
Jede Fahrt in öffentlichen Verkehrsmittel ist ein Beweis dafür. Und eine Folter.
Ich verstehe jeden Autofahrer, und ich verstehe nun auch, warum sie es vorziehen stundenlang in Staus zu stehen, anstatt Bahn, Bus oder Tram zu nehmen. Es scheint alles besser zu sein, als der Schamlosigkeit und Rücksichtslosigkeit der anderen ausgesetzt zu sein.
Ich habe keinen Führerschein und ich habe kein Auto. Aber das lässt sich ändern.

Warum gibt es noch keinen CO2-Fußabdruck für schwachsinnige, laute Handygespräche? Warum keinen für das Gefiepe von Handyspielen, warum keinen für extrem dämliche Äußerungen, und warum keinen für seppelblöde Visagen?
Die sind der eigentliche Grund für den CO2-Ausstoß von Autos.

Wieder mal?

Noch vor einigen Jahren war Deutschland das coolste Land in Europa.
Was ist es jetzt?
Schon wieder das Land der zu kurz Gekommenen, denen die Demokratie schon wieder zu anstrengend ist.
Das Land, in dem man Faschisten in Talkshows einlädt und Verständnis für ihren Hass und ihre Dummheit aufbringt.
Wie sieht’s eigentlich in Spanien aus? Ein Land, dass es Corona-mäßig fünffach so schlimm erwischt hat? Italien? England? Man hört so wenig von den dortigen Eso-Verschwörungs-links-und rechts-Corona-Antisemiten-Faschisten.
Es ist Deutschland. Wieder mal?

Neusprech

„Was macht das mit Ihnen?“, so wird der Talkgast heutzutage gefragt. Auch sonst. „Was macht das mit dir?“
Noch vor kurzem war die Frage: „Wie geht es dir damit?“
Und noch etwas früher: „Wie kommst du damit klar?“
Noch früher: „Mach was draus.“

Ja. Was macht das mit uns? Es macht uns alle zu Opfern.
Ich kann nichts dazu, es macht etwas mit mir. Es hat mit mir gemacht, dass ich vollkommen ausflippen musste, als ich sah, wie sie bei Rot die Straße überquerte. Dieser kurze Rock hat mit mir gemacht, dass ich ihren Arsch tätscheln musste.
Es passt in diese geile Zeit, wo jeder das Opfer eines anderen Opfers ist.
Und weil „es etwas mit mir macht“, bin ich auch nicht mehr verantwortlich für meine Handlungen.